1968

seite aus zeitschrift

Liebe Leserinnen und Leser,

2018 ist ein besonderes Jahr: ein Jahr der Jubiläen. Seit 100 Jahren gibt es in unserem Land das Frauenwahlrecht. Das ist uns inzwischen so selbstverständlich geworden, dass manche sich gar nicht mehr die Mühe machen, zur Wahlurne zu gehen oder Briefwahlunterlagen anzufordern. Dabei haben das Frauen vor uns mit großer Hartnäckigkeit eingefordert – in manchen Ländern müssen Frauen bis heute noch darum kämpfen.

Andere Frauen und Männer sind mutig für die Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß eingetreten. Im April vor 50 Jahren wurde Martin Luther King von einer tödlichen Kugel getroffen (Seite 11).

Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg in Westberlin 1967, der bei einer Demo gegen den Besuch des persischen Schahs von Polizisten erschossen wurde, trieb die Studenten in großer Menge auf die Straßen. Sie forderten eine Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte – und protestierten gegen die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg der USA.

Der Protest gegen diesen Krieg kommt sehr gut in dem Musical »Hair« zum Ausdruck, das im April 1968 auf dem Broadway zum ersten Mal aufgeführt wurde. Dort macht sich Claude mit seinem Einberufungsbescheid auf den Weg zur Kaserne – was in den USA damals einen Einsatz im Vietnamkrieg bedeutete. Er trifft auf Hippies, die in der Nähe der Kaserne ihr Lager aufgeschlagen haben. Claude stellt sich ihnen mit den Worten vor: »... I believe in God! And I believe that God believes in Claude. That‘s me ...« Das hat mich in dem Musical sehr beeindruckt, denn so habe ich mich Fremden noch nie vorgestellt: »Ich glaube an Gott. Und ich glaube, dass Gott an Iris glaubt. Und Iris – das bin ich.«

Ja, Gott glaubt, an mich, traut mir etwas zu, befähigt und beruft mich. Er liebt mich und fordert mich auch immer wieder heraus. Vielleicht haben Sie dieses Jahr die Gelegenheit – 50 Jahre nach seiner Uraufführung – das Musical »Hair« zu besuchen. Ziehen Sie sich dafür ein buntes Kleid oder eine Bluse mit großen Blumen an und genießen Sie die Atmosphäre der Flower-Power-Zeit. Oder laden Sie in Ihren Haus- beziehungsweise Frauenkreis zu einem 1968er-Abend ein. Die Rezepte auf Seite 20 schmecken immer noch und sind schnell zubereitet. Als Einstieg eignet sich die Andacht auf Seite 5. Unterhalten Sie sich darüber, wie Sie es erlebt haben, als sich vor 50 Jahren die Methodistenkirche und die Evangelische Gemeinschaft vereinigt haben. Wie war das in Ihrer Gemeinde? Aus welchem Hintergrund kommen Sie?

Ich wünsche Ihnen interessante Gespräche und viele Erinnerungen an eine spannende Zeit. Und lassen Sie uns daran teilhaben: Schreiben Sie uns, was Sie im Rückblick entdeckt haben.

Ihre
Iris Marie Hahn, Redaktionsleiterin


frauenWege 2/2018
  • Seite 4, 7, 10, 18, 28

    Blitzlichter: Erinnern Sie sich noch? Beatrix Junghans-Gläser hat ein paar Daten zusammengetragen und gibt einen Überblick über ein ereignisreiches Jahr.
  • Seite 5

    Andacht: Das Volk Israel in der babylonischen Gefangenschaft und die Nachkriegsgeneration in Deutschland – Heide Lubahn bringt beides zusammen.
  • Seite 8

    Weg mit dem Kirchturm! Mit Presslufthämmern, Abrissbirnen und vielen Kilo Dynamit: Beatrix Junghans-Gläser über Kirchensprengungen in der DDR.
  • Seite 11

    We shall overcome: Judith Bader-Reissing über den Mann, der davon träumte, dass Menschen nicht mehr nach ihrer Hautfarbe beurteilt werden.
  • Ganz persönlich

  • Seite 14

    Wie ich 1968 erlebt habe: Christel Grüneke, Hannelore Reinert, Rose Unrath (oben), Martha Riegraf und Hartmut Handt erinnern sich.
  • Seite 19

    Anders herum: Wenn sie doch 1968 schon eine junge Frau gewesen wäre und den Aufbruch mitbekommen hätte – davon träumt unsere Autorin.
  • Seite 20

    Rezepte: Alt aber bewährt – was vor 50 Jahren der Partyhit war, wie etwa die Bowle (unten), schmeckt uns heute noch!
  • Seite 22, 42

    Vor 50 Jahren hießen unsere »FrauenWege« noch »Rundbrief «. Iris Hahn suchte in den alten Heften nach Artikeln zum Zeitgeschehen.
  • Seite 25

    Medienseite: Filmtipps Judith Bader-Reissing hat alte Filme von 1968 ausgegraben und Iris Hahn empfiehlt einen Film von 2018.
  • Seite 27

    Für Sie: Preisrätsel Wenn Sie diese Ausgabe gelesen haben, fällt es Ihnen sicher nicht schwer, die neun Fragen zu beant- worten. Wir verlosen drei Bücher.
  • Aus dem Frauenwerk

  • Seite 29

    Aktuelles und Termine: Frauenbegegnungstage auf den Jährlichen Konferenzen und weitere Veranstaltungen, ein neuer Gottesdienstentwurf zu Martha und Maria und ein Bericht vom Distrikts- frauentag in Recklinghausen.
  • Seite 32

    Nachruf: Ende Januar starb die frühere Vorsitzende des Frauenwerks Heike-Ruth Klaiber. Schwester Elisabeth Dreckhoff blickt zurück.
  • Seite 37

    Kollektenprojekte: Wir unterstützen dieses Jahr ein internationales Projekt für Mädchen und Frauen in Liberia und ein nationales Projekt für Kinder in Hamburg.
  • Seite 41

    Impressum und Vorschau Adressen, Ansprechpartner, Themen und Termine

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